Eine Schraube, die sich keinen Millimeter bewegt, kann ein ganzes Projekt lahmlegen. Rost, alter Lack, verklebtes Material oder ein bereits leicht rundgedrehter Kopf sind die häufigsten Ursachen. Mit roher Kraft wird es meist schlimmer, weil der Kopf ausleiert. Besser ist ein Vorgehen in mehreren Stufen, das mit dem Sanftesten beginnt.

Sitzt der Schraubendreher exakt im Kopf
Sitzt der Schraubendreher exakt im Kopf, rutscht er nicht ab und der Schlitz bleibt heil.

Der richtige Sitz zuerst

Bevor du drehst, prüfe den Schraubendreher. Er muss exakt in den Kopf passen, weder zu klein noch zu groß. Ein zu kleiner Bit rundet den Schlitz oder Kreuz sofort aus. Drücke den Schraubendreher mit vollem Körpergewicht in die Schraube und drehe erst dann. Der Druck nach unten ist wichtiger als die Kraft beim Drehen, denn er verhindert das Abrutschen.

Kriechöl und Zeit

Rostlöser oder Kriechöl auf die Schraube geben und mindestens zehn bis fünfzehn Minuten einwirken lassen, bei starkem Rost gerne länger. Das Öl kriecht in feine Spalten und löst den Rost. Ein paar leichte Schläge mit dem Hammer auf den Schraubenkopf helfen dem Öl, tiefer zu wandern, und lösen die Verbindung durch die Erschütterung. Diese Kombination aus Öl und Klopfen wirkt oft Wunder.

Wärme ausdehnen lassen

Metall dehnt sich bei Wärme aus. Erhitzt du den Bereich rund um die Schraube kurz mit einem Heißluftföhn, lockert sich die Verbindung beim Abkühlen. Achte darauf, keine brennbaren Materialien in der Nähe zu haben und Kunststoffe nicht zu schmelzen. Diese Methode eignet sich besonders für in Metall festgerostete Schrauben.

Mehr Hebel und besserer Grip

  • Nutze einen Schraubendreher mit dickerem Griff oder setze eine Zange am Schaft an, das erhöht die Hebelwirkung.
  • Bei rundem Kopf hilft ein Gummiband oder etwas Stahlwolle zwischen Bit und Schraube, das gibt zusätzlichen Grip.
  • Ein Schlagschrauber oder ein Schlagschraubendreher, auf den du mit dem Hammer schlägst, überträgt Kraft und Drehung gleichzeitig.
  • Zur Not klemmst du eine feste Zange direkt auf den Schraubenkopf, wenn er übersteht, und drehst damit.
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Tipp: Gib dem Rostlöser mindestens zehn Minuten und klopfe zwischendurch leicht mit dem Hammer auf den Kopf, damit das Öl tiefer kriecht.

Wenn der Kopf schon rund ist

Ist der Kopf ausgeleiert, säge mit einer kleinen Metallsäge oder einem Trennschleifer vorsichtig einen neuen Schlitz für einen flachen Schraubendreher hinein. Alternativ gibt es spezielle Ausdreher, die sich in ein vorgebohrtes Loch schneiden und die Schraube gegen den Uhrzeigersinn herausdrehen. Diese Werkzeuge sind günstig und retten manches Projekt.

So beugst du beim nächsten Mal vor

Damit sich Schrauben gar nicht erst festfressen, kannst du sie beim Einschrauben vorbehandeln. Ein Hauch Öl, Vaseline oder etwas Wachs auf dem Gewinde hält es gängig, gerade an feuchten Stellen im Außenbereich. Für Verbindungen, die du später sicher wieder öffnen willst, gibt es spezielle Montagepaste aus dem Baumarkt. Ziehe Schrauben außerdem nur so fest an, wie nötig, denn maßloses Anknallen macht das spätere Lösen unnötig schwer und beschädigt oft schon beim Eindrehen den Kopf.

Kriechöl braucht ein paar Minuten Zeit
Kriechöl braucht ein paar Minuten Zeit, um in den Rost zu wandern und die Verbindung zu lösen.

Geduld schlägt Gewalt

Der häufigste Fehler ist Ungeduld. Wer sofort mit maximaler Kraft ansetzt, rundet Köpfe aus und macht die Sache schlimmer. Arbeite dich lieber von der sanftesten Methode nach oben, gib dem Öl Zeit und wechsle die Technik, wenn eine nicht greift. Mit dieser Reihenfolge aus richtigem Sitz, Kriechöl, Wärme und Hebel bekommst du fast jede Schraube wieder heraus, ohne das Bauteil zu ruinieren.